Ich arbeite wie die Fliege an der Wand.
Ich sehe, was andere übersehen, höre, was nicht gesagt wird, und finde die Muster im Chaos, das wir Leben nennen.
So finde ich die Geschichten, auf die es ankommt.
Ich liebe es, eine Tasse Kaffee und eine gute Geschichte zusammen mit meinen Jungs zu genießen.
Meine Arbeit als Storyteller, Fotograf und Dokumentarfilmer begann nicht in einem Studio, sondern im Leben selbst.
Als Kind lernte ich ein Pixi-Buch auswendig. Alle anderen lasen es einmal und vergaßen es. Aber die Geschichte blieb bei mir. Ein Stoffhase, den niemand kaufen wollte, weil er kaputt war – und der am Ende trotzdem einem Kind Glück brachte, das etwas anderes sah als das, was fehlte.
Vielleicht fing es genau dort an.
Dass der Wert nicht immer im Perfekten liegt.
Sondern in dem, was man zu sehen bereit ist.
Später kam der Fußball. Struktur. Disziplin. Der Körper in einem System, in dem alles eine Richtung hatte. Bis ich plötzlich in einer TV2-Produktion vor der Kamera stand und eine Version meiner selbst spielte. Da veränderte sich etwas. Vom Teil der Geschichte sein – hin dazu, sie von außen zu betrachten.
Seitdem habe ich mich durch verschiedene Welten bewegt. Tingbjerg. Das Asylzentrum Sandholm. Berlin. Das Stasimuseum. Das ehemalige Stasi-Gefängnis. Orte, an denen Menschen in Systemen leben und an denen Geschichten nicht immer laut ausgesprochen werden, sondern in den Pausen dazwischen existieren.
Dort wurde mein Blick geprägt.
Heute arbeite ich mit Film, Fotografie und Podcast. Ich bewege mich zwischen Dokumentation und Strategie, zwischen Beobachtung und Erzählung.
Aber der Kern ist derselbe geblieben.
Ich suche nicht das Perfekte.
Ich suche das Wahre.
Ich höre zu.
Ich versuche, den Menschen vor mir zu verstehen.
Ich höre das Gesagte und das Ungesagte.
Die Geschichte nimmt Form an.
Ich wähle das Medium, das sie tragen kann.
Und ich erzähle sie so, wie sie erlebt wird – nicht, wie sie erklärt wird.